

Die „japanische“ Tochtermarke von Haier betritt den russischen Markt mit einem echten Anspruch: eines der leisesten Innengeräte der Saison, ein umfangreiches Luftaufbereitungspaket und mehr Kupfer in den Wärmetauschern als bei preisnahen Wettbewerbern.


Die „japanische“ Tochtermarke von Haier betritt den russischen Markt mit einem echten Anspruch: eines der leisesten Innengeräte der Saison, ein umfangreiches Luftaufbereitungspaket und mehr Kupfer in den Wärmetauschern als bei preisnahen Wettbewerbern.
1 / 7Aqua ist eine Eigenmarke des chinesischen Haier-Konzerns, die formal als japanische Marke geführt wird: Das Unternehmen ist bereits 1965 in Japan registriert worden, und Haier hat es für den Markteintritt vor Ort übernommen. Unter der Marke Aqua werden dort nicht nur Klimageräte, sondern auch Großhaushaltsgeräte verkauft; zur Historie des Portfolios gehört zudem die einst übernommene japanische Sanyo. Auch innerhalb des Konzerns ist Aqua klar positioniert: unterhalb der Super-Premium-Marke Casarte, aber deutlich oberhalb des Basis-Haier – also „Mid-Premium“ mit klarem Fokus auf Verarbeitungsqualität statt auf den niedrigsten Preis.
In Russland ist die Marke 2025 gestartet, und die Serie Towada ist ihr Aushängeschild. Towada ist ein Hochgebirgssee im Krater eines japanischen Vulkans – der Name ist offensichtlich so gewählt, dass er den „japanischen“ Charakter des Modells unterstreicht. In der getesteten Ausführung AQI-25FIS1/R3 handelt es sich um ein invertergeregeltes Wand-Splitgerät mit 2,6 kW Kühlleistung zu einem Endkundenpreis von etwa 65–75 Tausend Rubel. Erhältlich ist es in zwei Farben – Schwarz und Weiß; bei uns im Test ist die schwarze Version.
Optisch wirkt das Innengerät hochwertig aufgebaut: eine monolithische Front ohne Ausstanzungen für seitliche Leitungsführung, ohne Marketing-Aufkleber, mit matter Oberfläche und einem großen Präsenzsensor in der Front. Der einzige Designbruch: Innenliegende Kunststoffteile und die Luftklappe sind grau geblieben; in Weiß fällt das kaum auf, in Schwarz wirkt es leicht kontrastierend. Die Luftleitlamellen sind einteilig und haben am Auslass eine charakteristische „Sprungschanze“, die den Luftstrom zusätzlich zur Decke hin anhebt.
Bei der Luftaufbereitung bietet das Modell für seine Klasse spürbare Reserven. Im Innengerät sitzt eine große UV-Lampe, kombiniert mit einem Ionisator, plus zwei farbige Feinfilter in eigenen Einschubtaschen. Dazu kommen die Markenfunktion Health und der Nano Aqua Generator – ein Modus, in dem das Gerät Wassermoleküle ionisiert und den Luftstrom mit negativ geladenen Partikeln anreichert. Ergänzt wird das durch eine antibakterielle Behandlung des Wärmetauschers: Vereisungszyklus und anschließendes Aufheizen auf hohe Temperatur – Staub und Mikroflora werden zusammen mit dem Kondensat abgetragen. Zusätzlich gibt es einen Feuchtesensor: Die Entfeuchtung wird bis auf ein Prozent genau geregelt – in gemäßigten Zonen eher ein Bonus, im Küstenklima eine vollwertige Funktion.
Die Bedienung ist so durchdacht, wie man es sonst eher von teureren Modellen kennt. Die Fernbedienung mit großem Farbdisplay ändert die Hintergrundfarbe je nach Betriebsart, und der aktuelle Modus wird durch die schwarze Front des Geräts hindurch angezeigt. Der Ventilator hat fünf Stufen; die zentrale Taste auf der Fernbedienung aktiviert Quiet – nachts lässt sie sich im Dunkeln gut ertasten. Das Wi‑Fi-Modul arbeitet über die EVO-App mit Servern in Russland; Haier vereinheitlicht diese Lösung über die gesamte Produktlinie, und hier läuft sie stabil.
Der stärkste Eindruck vom Innengerät: Es ist sehr leise. Unsere Messung ergab 29,3 dB – einer der niedrigsten Geräuschwerte, die wir in dieser Saison registriert haben. Nicht weniger gelungen ist die Luftstromführung: Mit der Taste Health Flow werden die Lamellen in die obere Position gebracht, der Luftstrom läuft zur Decke und an den Personen vorbei. Damit wird die häufigste Anforderung – „es soll nicht ziehen“ – klarer erfüllt als etwa mit perforierten Panels bei Samsung. Der Präsenzsensor lenkt den Luftstrom zusätzlich von einer unbewegten Person weg und reagiert sofort.
Die innere Konstruktion bestätigt den Anspruch. Der Wärmetauscher des Innengeräts ist zweireihig mit 5‑mm-Rohr; nach unserer Messmethodik beträgt die Kupferoberfläche 0,27 m² – über dem Saisondurchschnitt. Das Gehäuse ist groß, an der Rückwand sitzt ein sauber ausgeführtes Metallgitter im japanischen Stil; Klemmen und Befestigungen sind ohne Beanstandung montiert, der Temperatursensor ist aus dem Luftstrom herausgeführt – eine typische Haier-Lösung.
Das Außengerät folgt derselben Logik „viel Kupfer und sauber verlegte Leitungen“. Die Oberfläche der Wärmetauscherrohre liegt bei 0,41 m² – ein Wert, den wir zu Saisonbeginn nur bei teuren Mitsubishi- und LG-Geräten gesehen haben; das Kupfer ist dick, 7 mm, die Reihen sind ohne Auslassungen. Ein Heizkabel für einen erweiterten Temperaturbereich ist vorhanden, die angegebene Untergrenze im Heizbetrieb liegt bei minus 20 °C, allerdings ist das Kabel unordentlich verlegt: Mit etwas durchdachterer Kabelführung hätte der Hersteller auch minus 25 °C angeben können. Der Verdichter ist invertergeregelt, in einer doppelten Schalldämmhülle; die Vibration liegt bei 0,15 – im Normbereich. Zu den erwartbaren Einschränkungen dieses Segments gehört die Drosselung über Kapillarrohr; ein EEV ist in dieser Preisklasse selten.
Unterm Strich ist Aqua Towada ein sauber verarbeitetes, leises und sehr gut ausgestattetes Invertergerät. Stärken sind der niedrige Geräuschpegel, die komfortable Luftstromsteuerung, das ernstzunehmende Luftaufbereitungspaket und der große Kupferanteil in beiden Geräten. Die Schwächen sind segmenttypisch: nicht optimal verlegtes Winterpaket, fehlendes EEV und keine russischsprachige Fernbedienung sowie grauer Kunststoff im Inneren der schwarzen Version. Das Modell setzt sich klar vom „chinesischen Mittelmaß“ ab. Wir würden es all jenen empfehlen, die ein leises Premium-Innengerät mit umfangreicher automatisierter Luftaufbereitung suchen, aber preislich nicht in Richtung Casarte und der japanischen „Big Five“ gehen wollen.