

Premium-Flaggschiff von Haier für 155 Tausend Rubel: Mitsubishi Electric-Kompressor, Rekordmenge an Kupfer in beiden Geräten, PM-Filterung 0,3 µm, Heizen bis −30 °C und Luftbeduftung.


Premium-Flaggschiff von Haier für 155 Tausend Rubel: Mitsubishi Electric-Kompressor, Rekordmenge an Kupfer in beiden Geräten, PM-Filterung 0,3 µm, Heizen bis −30 °C und Luftbeduftung.
1 / 9Casarte ist chinesischer Heavy-Luxus und gehört zu Haier. Im chinesischen Heimatmarkt ist das eine Statusmarke, auf die wohlhabende Käufer ihre komplette Haushaltstechnik umstellen; in Russland versucht sie, die frei gewordene Premium-Position zu besetzen. Der Serienname Velato wird aus dem Italienischen als „gedämpft, verschleiert“ übersetzt – daran orientieren sich auch die Farben der Modellreihe: „blaue Glasur“, „schwarzer Achat“, „silberner Quarz“. Bei uns im Test ist die blaue Variante, die Gerätebreite liegt bei etwas über einem Meter. Der Verkaufspreis: 155 Tausend Rubel, ausgelegt auf 25 Quadratmeter. Das ist das Super-Flaggschiff bei Casarte.
Optisch beeindruckt das Innengerät mit der Materialanmutung: eine schmutzempfindliche „glänzende Tiefe“ mit feiner Unterlage unter dem Lack – haptisch ein Premium-Produkt. Seitlich sitzen silberfarbene Zierleisten sowie eine dekorative untere Blende mit Diffusoren, deren Zweck der Hersteller nicht wirklich erklärt. Oben befindet sich ein separates Zuluftmodul mit eigenem Gitter, Außenluftkanal und Filter.
Das Technikpaket ist hier für den Markt maximal üppig. Leitungslänge bis 30 m, Höhenunterschied bis 15 m, Heizen bis −30 °C mit manuellem Start des Abtau-Modus und einstellbarer Abtaufrequenz – faktisch eine vollwertige Wärmepumpe. Energieeffizienz: A+++. Wi‑Fi über die hauseigene App EVO mit Servern in Russland sowie Anbindung an Alisa und Saljut. 7 Jahre Garantie auf das Gerät und 10 Jahre auf den Kompressor – und der Kompressor ist hier, wie die Marke selbst auf der Website-Startseite schreibt, ein Mitsubishi Electric SB8120F mit EEV. Die Luftreinigung läuft nach einem ernstzunehmenden Programm: Partikelfilter PM 0,3 µm (praktisch professionelles Filtrationsniveau), Vereisung des Wärmetauschers und Heißluft-Sterilisation bis 56 °C sowie ein serienmäßiger Duftspender mit Pipette und wechselbarer Flüssigkeit Vanilla Garden.
Bei der Bedienung gibt es eine zweizonige „Klimaregelung“: Die linken und rechten Lamellenbereiche lassen sich auf unterschiedliche Winkel einstellen, der Luftstrom wird dreistrahlig. Die Fernbedienung ist groß, mit Farbdisplay und Beleuchtung, die Beschriftung auf Russisch. Das Display am Gerät selbst ist klein und nicht besonders informativ – für ein Gerät für 155 Tausend eine verschenkte Chance.
Den Service haben wir mit einem separaten Anruf bei der Casarte-Hotline geprüft: Der Operator nimmt in unter 10 Sekunden ab, spricht direkt ohne Menü-Weiterleitung und bestätigt, dass eine verpflichtende regelmäßige Wartung für den Erhalt der Garantie nicht erforderlich ist (die Marke empfiehlt lediglich Service alle sechs Monate). Im Premium-Segment ist das genau der Teil, für den man mitbezahlt.
Beim Geräuschpegel zeigte das Gerät 31,1 dB auf der niedrigsten Stufe – leise, aber nicht auf „japanischem“ Niveau. Die Besonderheit bei Casarte: Gleichzeitig liefert das Gerät einen spürbar kräftigeren Luftstrom (1,9 m/s im Leisemodus) als Wettbewerber mit 22‑dB-Angaben – leise arbeitet es also „ehrlich“, nicht durch künstlich abgesenkte Drehzahlen.
Die innere Technik ist die größte Überraschung. Das Kupfer ist 7‑mm‑stark, der Wärmetauscher des Innengeräts ist zweireihig, 18 Bögen à 66 cm, Oberfläche: 0,52 m². Zum Vergleich: Der durchschnittliche Split aus unserer Auswahl der letzten Saison lag bei 0,24 m². Das Außengerät ist derselbe Luxus: Der Heizstab zur Erwärmung der Kondensatwanne ist sauber verlegt, die Isolierung ist hochwertig, der Kompressor ist wie bei einem Industriegerät verschlaucht – mit Receivern und EEV. Die Kupferoberfläche des Außenwärmetauschers beträgt 1,1 m². Das ist erst die zweite Klimaanlage in unserer Messhistorie, die die Marke „ein Quadratmeter“ überschritten hat. Die Vibration liegt bei 0,17 – für ein so großes Außengerät hervorragend. Den LATR-Test bei 100 V Eingangsspannung hat das Gerät problemlos bestanden.
Fazit zum Casarte Velato: ehrliches Super-Premium statt „Markenaufschlag“. Für 155 Tausend bekommt der Käufer einen Mitsubishi Electric-Kompressor, rekordverdächtige Wärmetauscher, Reinigung bis PM 0,3 µm, einen Duftspender, Heizen bis −30 °C, ein Premium-Garantiepaket und funktionierenden Service. Schwachstellen: ein nichtssagendes Mini-Display, kein Präsenzsensor (bei vorhandener Zweizonensteuerung besonders ärgerlich), Geräuschniveau an der Grenze zwischen „leise“ und „Super-Luxus“, eine grauenhafte Übersetzung der Anleitung aus dem Chinesischen, eine fragwürdige dekorative Unterpartie. Empfehlung für alle, denen im Premium-Segment Service und Ausstattung wichtiger sind als der Name Daikin oder Mitsubishi Electric auf dem Gehäuse.