

Günstiges On/Off-Gerät aus dem AUX-Werk für 25.900: respektabler GMCC-Kompressor, integrierte Wi‑Fi-Vorbereitung und eine gute, russifizierte Fernbedienung. Dafür muss man einen lauten, kräftigen Luftstrom und dünne Wärmetauscherrohre in Kauf nehmen.


Günstiges On/Off-Gerät aus dem AUX-Werk für 25.900: respektabler GMCC-Kompressor, integrierte Wi‑Fi-Vorbereitung und eine gute, russifizierte Fernbedienung. Dafür muss man einen lauten, kräftigen Luftstrom und dünne Wärmetauscherrohre in Kauf nehmen.
1 / 5Centek 65Sxx Super CT65-S07 ist ein On/Off-Klimagerät der „7er“-Klasse mit einem Straßenpreis von rund 25.900 Rubel. In der heutigen Zeit wirkt das Format „Nicht‑Inverter“ in Russland bereits wie ein Relikt: In Europa werden solche Modelle gar nicht mehr verkauft, weil Strom dort teurer ist und Energieeffizienz für Privatkunden ernsthaft zählt. Bei uns ist On/Off noch zulässig – für den Käufer ist das der Kompromiss „jetzt günstiger kaufen – später über den Zähler draufzahlen“. Die „Sieben“ von Centek ist der Versuch, diesen Kompromiss möglichst sauber umzusetzen.
Gefertigt wird das Modell im AUX-Werk, und die typischen Werk-Merkmale erkennt man sofort. Die Fernbedienung ist klar AUX-Stil: farbige Tasten, eine separate Umschalttaste für „Wärme/Kälte“, Hintergrundbeleuchtung, ein Etui/Halter für die Fernbedienung liegt bei – und vor allem russifizierte Beschriftungen. Ergonomisch ist das wohl der stärkste Teil des Gesamtpakets.
Im Innengerät steckt für diese Klasse fast ein vollständiges Set moderner Funktionen. Für Wi‑Fi gibt es eine USB‑Vorbereitung: Das Modul wird als separater „Dongle“ eingesteckt. Im Lieferumfang ist ein Feinfilter – zwei wären fair gewesen, aber einer ist besser als gar keiner. Die Lamellen werden in vier Richtungen (4D) angesteuert, wobei die seitliche Auslenkung hier grundsätzlich per Fernbedienung erfolgt und nicht motorisiert ist.
Beim Ventilator gibt es faktisch vier Stufen plus Turbo – und genau hier liegt der Hauptknackpunkt. Im Menü existiert eine fünfte Stufe „Silence“, die sich in unserer Messung jedoch nicht von „Stufe 1“ unterscheidet: Der Luftstrom beträgt dort dieselben 4 m/s wie im Nennbetrieb. Das ist ein typischer Kunstgriff, um On/Off- und Inverter-Baureihen beim Geräuschniveau zu trennen; faktisch ist die versprochene „leise“ Stufe bei diesem Modell nicht umgesetzt. Auf der realen Minimalstufe kamen wir auf 35,9 dB – rund ein Drittel über unserem Mittelwert (33 dB); der Lärm ist dabei nicht nervig, eher Strömungsgeräusch als mechanischer Hintergrund. Die auf dem Karton genannten 22 dB lassen sich in der Praxis nicht bestätigen – das ist allerdings eine bekannte Geschichte des gesamten Segments, nicht nur bei Centek.
Der Labor-LATRA zeigte, dass das Gerät 150 V am Eingang sicher hält, bei 100 V jedoch der Kompressor abschaltet. Für das Stadtnetz ist das eine normale Reserve, für eine Datscha mit Spannungseinbrüchen nicht. Beim Leistungsbedarf im Nennbetrieb an 230 V wurden 772 W gemessen gegenüber 798 W laut Datenblatt – das liegt innerhalb der Messabweichung, elektrisch gesehen ist das Gerät also ehrlich.
Der Wärmetauscher des Innengeräts ist zweireihig, Kupfer 5 mm, 12 U‑Bögen, Windungslänge 56 cm – Fläche 0,21 m². Die Montage ist nicht die beste: Die Lötstellen der U‑Bögen sind ungleichmäßig, teils sauber „robotisch“, teils nachlässig von Hand; das Kabel des Temperaturfühlers hängt frei in der Luft. Das sind keine kritischen, aber sichtbaren Vereinfachungen, an denen das Werk bei der Budgetlinie spart.
Das Außengerät ist besser gelöst. Der GMCC‑Kompressor der ASM‑Serie mit Index 95 ist kräftig, nicht auf den Nennwert „heruntergedrosselt“ und dreht im On/Off‑Betrieb voll aus (bei Invertern derselben Klasse sitzen oft schwächere „Kompressörchen“). Die Vibration liegt bei 0,18 – ein normaler Wert; haptisch läuft er ruhig, brummt ohne fremde mechanische Geräusche. Die Kupferoberfläche des Außenwärmetauschers beträgt 0,24 m², etwas über dem Saisonmittel, aber das Rohr bleibt ebenfalls 5 mm – Reserven für seltene, energieeffiziente Betriebsarten gibt es hier nicht.
Zu den weniger offensichtlichen Pluspunkten des Segments gehören Leitungslänge und zulässiger Höhenversatz. Centek 65Sxx Super erlaubt einen Höhenunterschied bis 12 Meter – das ist bereits keine reine „Wohnungs“-Spezifikation mehr, sondern eine Option für unkonventionelle Montage im Einfamilienhaus.
Unterm Strich ist Centek 65Sxx Super ein ordentlich gemachtes On/Off-Gerät mit angenehmer, russifizierter Fernbedienung, integrierter Wi‑Fi‑Vorbereitung und einem ernstzunehmenden GMCC‑Kompressor zu einem Preis, bei dem viele Wettbewerber sichtbar schwächere Komponenten verbauen. Die Minuspunkte: eine nicht funktionierende „fünfte“ Stufe, eine laute Minimalstufe mit starkem Luftstrom, nur ein Feinfilter und dünnes Kupfer in den Wärmetauschern. Empfehlenswert für alle, die bewusst On/Off für selten genutzte Räume wählen (Datscha, Arbeitszimmer, Mietobjekt) und denen ein ehrlicher Kompressor und eine verständliche russische Fernbedienung zum Minimalpreis wichtig sind.