

29,9 dB gemessener Geräuschpegel – der erste „ehrliche“ Sub‑30 in dieser Saison, dazu eine UV‑Lampe, ein Heizkabel der Kondensatwanne für Heizbetrieb bis −20 °C sowie das proprietäre Haier EVO mit Alice und Salut.


29,9 dB gemessener Geräuschpegel – der erste „ehrliche“ Sub‑30 in dieser Saison, dazu eine UV‑Lampe, ein Heizkabel der Kondensatwanne für Heizbetrieb bis −20 °C sowie das proprietäre Haier EVO mit Alice und Salut.
1 / 5Stellar HP Inverter ist die Top‑Inverter‑Serie für den Wohnbereich von Haier für das Jahr 2026. In einem Satz: ein „Home‑Klimagerät mit Premium‑Ausstattung und integrierter Wärmepumpenfunktion bis −20 °C“. Für die 25er‑Variante werden 62 Tausend Rubel fällig – und in dieser Preisklasse zeigt sich Haier längst nicht mehr als „Budget‑Chinese“.
Die Farbpalette der Serie ist pastellig: Das Testgerät kommt in grauem Metallic, außerdem bietet der Hersteller Weiß und Elfenbein. Die Frontblende ist strukturiert; dabei stimmen Farbton und Oberfläche von Blende und Luftklappe perfekt überein – ein Detail, das in der Serienfertigung schwer sauber zu treffen ist, hier aber wirklich gelungen ist.
Laut Funktionsdatenblatt ist das Modell üppig ausgestattet. Die UV‑Lampe mit einer angegebenen Desinfektionswirkung von 99,9% ist groß, tatsächlich vollformatig – kein „Häkchen fürs Marketing“. Die Selbstreinigung ist gleich doppelt umgesetzt: klassisch über Vereisung des Wärmetauschers mit Kondensatablauf sowie über einen Heißluft‑Sterilisationsmodus (Aufheizen des Verdampfers auf 56 °C für 30 Minuten). Spiral Air lenkt den Luftstrom um 35 ° zur Decke; und die konstruierte „Sprungschanze“ an den Lamellen führt kalte Luft tatsächlich über Kopfhöhe hinweg.
Wi‑Fi ist serienmäßig an Bord, wie bei allen neuen Haier‑Modellen; die Server der EVO‑App stehen physisch in Russland, es gibt direkte Integrationen mit Alice und Salut. Die Garantie beträgt 4 Jahre plus ein weiteres Jahr kostenloser Service bei Registrierung des Geräts in der App.
Die Fernbedienung ist wohl die einzige wirklich auffällige Schwäche der Serie. Funktional ist sie (russische Beschriftung, separate Tasten für Modi, farbige Anzeige am Gerät), wirkt haptisch und optisch aber einfacher als das Klimagerät selbst: kleines Display, feine Markierungen, insgesamt günstiger als bei manchen Wettbewerbern im Segment. Die Display‑Beleuchtung ist hell und gut ablesbar.
Die wichtigste Messgröße ist der Geräuschpegel. In der leisesten Stufe zeigte das Gerät 29,9 dB. Das ist das erste Klimagerät in unserer Messreihe dieser Saison, das die Marke „unter 30 dB“ geknackt hat. Besonderheit der Stellar: In der leisen Stufe bleibt der Luftstrom gleichzeitig spürbar kräftig (etwa 2 m/s) – das heißt, das Gerät arbeitet leise, ohne die Lüfterdrehzahl künstlich zu drücken. Die Lamellen reagieren ohne Verzögerung – der Stellmotor ist schnell, und das merkt man im Alltag: Befehle von der Fernbedienung werden sofort umgesetzt.
Stresstest am Labor‑Stelltransformator: Sowohl 150 V als auch 100 V am Eingang hält das Klimagerät sicher aus. Für eine Serie dieser Klasse sollte das auch so sein.
Der innere Wärmetauscher ist zweireihig, mit zwei Abdeckungen oben und unten; Kupfer 5 mm, 12 U‑Bögen, Länge 60 cm, Oberfläche 0,23 m². Ein Durchschnittswert im Sample. Eine Besonderheit der Serie ist der ausgelagerte Temperaturfühler: Er wurde aus dem Hauptluftstrom herausgenommen, damit er im Ansaugbereich nicht durch starken Luftzug „falsch misst“.
Das Außengerät wiegt 23,6 kg und hat ein großes Gitter über die gesamte Gehäusehöhe. Bei der Vibration liegt das Gerät um 0,18 – im Klassenstandard. Am deutlichsten fällt das Heizkabel der Kondensatwanne auf, das den angegebenen Heizbetrieb bis −20 °C ermöglicht; in Unterlagen von Wettbewerbern mit ähnlicher Konstruktion wird die Untergrenze oft mit −25 °C angegeben, bei Haier sind es konservative −20. Der Kompressor ist ein Rich (Joint Venture mit Daikin für den indischen Markt) der C5‑Serie; ein ERV ist nicht vorhanden, die Drosselung erfolgt über ein normales Kapillarrohr. Die Kupferoberfläche des äußeren Wärmetauschers beträgt 0,37 m² – ein solides Mittelmaß mit einem stimmigen Verhältnis zum Innengerät.
Bei den kosmetischen Punkten am Außengerät fallen ein Aluminiumklebeband an einer der Gehäuseabdeckungen (eine „Vor‑Ort“‑Nacharbeit, nicht die technologisch sauberste Lösung) sowie der erwähnte Rich‑Kompressor auf, der im Markt als „zweite Reihe“ gilt – wobei die Fertigung gemeinsam mit Daikin diesen Ruf eher als Tradition denn als technische Bewertung erscheinen lässt.
Fazit zum Haier Stellar HP Inverter: ein stimmig abgestimmtes, sehr gut ausgestattetes Inverter‑Gerät mit erweitertem Temperaturbereich und wirklich niedrigem Geräuschpegel. Stärken: 29,9 dB gemessener Geräuschpegel (erster Sub‑30 der Saison), leistungsstarke UV‑Lampe, zwei Selbstreinigungssysteme, Heizkabel der Kondensatwanne für −20 °C, serienmäßiges Wi‑Fi mit EVO‑App, Alice und Salut, saubere Werksmontage, präzise Farbabstimmung der Gehäuseteile. Schwächen: Fernbedienung spürbar „einfacher“ als das Gerät, Nacharbeit mit Aluminiumklebeband im Außengerät, Rich‑Kompressor (statt des eher erwarteten GMCC), bei −20 °C und darunter fehlende EVI‑Einspritzung. Empfehlung als vollwertiger Ersatz für die alte japanische „Mittelklasse‑Fünf“ für Wohnung und kleines Haus mit realem Einsatz in der Übergangszeit.