

Werks-Midea ohne Schnickschnack: 100 tatsächlich nutzbare Ventilatorstufen, Leitungslänge 25 m, Rekord-SEER 8,8 (A+++) und ein großer GMCC-KSN103-Kompressor in der 9er.


Werks-Midea ohne Schnickschnack: 100 tatsächlich nutzbare Ventilatorstufen, Leitungslänge 25 m, Rekord-SEER 8,8 (A+++) und ein großer GMCC-KSN103-Kompressor in der 9er.
1 / 8MDV ist in Russland eine Werksmarke von Midea – und jedes Mal muss man das separat in Erinnerung rufen: MDV und Midea werden tatsächlich im selben Werk gefertigt, in Russland konkurrieren sie miteinander, und ihre Produktlinien entwickeln sich unabhängig voneinander. INTEGRA Pro ist eine moderne Serie des Jahrgangs 2025, erhältlich in Weiß und Schwarz. Der Straßenpreis der 9er liegt bei rund 55.000 Rubel.
Optisch ist das Gerät bewusst zurückhaltend gestaltet: mattweißer Kunststoff, klare gerade Linie, ohne Zierleisten und ohne Logos auf dem Gehäuse. Bei den Daten ist das Paket dafür üppig. Der angegebene saisonale Energieeffizienzwert (SEER) liegt bei 8,8 – faktisch A+++. Die Leitungslänge beträgt 25 Meter. Ein 8-°C-Heiz-Standby (praktisch für Hotels und Ferienhäuser). Wi‑Fi ist vorinstalliert. Ein bipolarer Ionisator AirMagic wird angekündigt; bei der Demontage ließ er sich jedoch nicht eindeutig lokalisieren – dieser Punkt bleibt als offene Frage an den Hersteller.
Im Lieferumfang: zwei unterschiedliche Feinfilter, eine Fernbedienungshalterung, Batterien. Die Fernbedienung selbst ist eine herstellereigene und eine der angenehmsten innerhalb der Midea-Familie: klare Tasten, Hintergrundbeleuchtung, separate AI-EcoMaster-Taste. Was diese Taste in der Praxis genau bewirkt, ist eine eigene Frage: Der Hersteller verspricht einen Ausgleich zwischen Komfort und Effizienz, doch wie das Gerät in diesem Modus „denkt“, bleibt selbst nach gründlichem Studium der Anleitung wenig transparent.
Das zentrale Engineering-Feature für den Nutzer ist die prozentuale Ventilatordrehzahlregelung. Die Geschwindigkeit lässt sich im Bereich 1–100% in 1%-Schritten einstellen. Auf dem Minimum (1%) registrierte das Messgerät 2,7 m/с Luftgeschwindigkeit – „ein Prozent“ ist hier also eine voll nutzbare Stufe mit spürbarem Luftwechsel. Genau dieser Ansatz gibt auch dem „AI“-Modus Substanz: Unter hundert verfügbaren Stufen hat der Regler tatsächlich Auswahl.
Beim Geräuschpegel zeigte das Gerät auf dieser Minimalstufe 33,8 dB. Das liegt nahe am saisonalen Mittel – nicht herausragend. Bei der Messung blies der Luftstrom direkt auf das Mikrofon, was möglicherweise ein paar Dezibel addiert hat; in einem realen Raum, mit an der Decke anliegendem „laminarem“ Strahl, wirkt das Innengerät spürbar leiser. Die Luftverteilung ist übrigens clever gelöst: Eine spezielle Form der Frontklappe dient als Sprungschanze – im Kühlbetrieb wird der Strahl zur Decke „hochgeworfen“, im Heizbetrieb wird er dicht nach unten gedrückt.
Stresstest am Labor-LATR: Sowohl 150 V als auch 100 V am Eingang verkraftet das Gerät ohne Kompressorabschaltungen und nahezu ohne Drehzahleinbruch – für eine werksseitige Inverter-Midea ist das erwartungsgemäß.
Im Innengerät sitzt ein zweireihiger Wärmetauscher, Kupfer 5 mm, 15 U-Bögen bei 56 cm Wicklungslänge. Nach unserer Messmethode beträgt die Oberfläche 0,25 m². Die merkliche Bogen-Dichte sorgt für eine gute Fläche auch bei dünnem 5‑mm-Kupfer.
Das Außengerät wirkt wie eine „klassische große MDV“: großes Gehäuse, Diffusor über die volle Höhe, sauberer Portschutz, keine dekorative Rückseitenabdeckung. Die Vibrationsmessung liegt bei hochgefahrenen Drehzahlen um 0,35 – über unserem Standard, aber hier dreht der Ventilator „auf garantierten Durchsatz“. Mit sinkender Drehzahl geht die Vibration zurück. Der Kompressor ist ein GMCC der KSN-Serie mit Index 103: für die 9er ein überzeugender „richtiger“ Index, ohne Herabstufung. Ein EEV gibt es erwartungsgemäß nicht, die Drosselung erfolgt über Kapillarrohr. Doppelter Isoliermantel, saubere Klemmen, externer Temperatursensor.
Ein separates, angenehmes Detail ist der herstellereigene Modus der „umgekehrten Selbstreinigung“: Nach dem Ausschalten läuft der Ventilator eine Minute rückwärts und bläst Staub vom Wärmetauscher. Das wirkt deutlicher als die „klassische Vereisung“ und befreit die Lamellen physisch von Belag.
Die Kupferoberfläche des äußeren Wärmetauschers beträgt 0,33 m². Das Verhältnis „innen 0,25 – außen 0,33“ ist klassisch – genau so mögen wir es: Das Außengerät ist rund 30% größer als das Innengerät, der Kältekreis ist ausgewogen.
Fazit zum MDV INTEGRA Pro: ein selbstbewusster Werks-Flaggschiff-Inverter zum vernünftigen Preis. Stärken: Midea-Werksherkunft, tatsächlich nutzbare 100 Ventilatorstufen, hervorragender SEER 8,8, Leitungslänge 25 m, zwei Feinfilter + Fernbedienungshalterung + Batterien im Lieferumfang, ruhiger Betrieb bei 100 V, durchdachte Strahlführung mit „Sprungschanze“, geringe Vibrationen in den Arbeitsbereichen, Modus der umgekehrten Selbstreinigung. Schwächen: 33,8 dB Geräusch (für die Klasse nicht niedrig), bipolarer Ionisator bei der Demontage nicht auffindbar, AI-Modus als „Black Box“, auf der Fernbedienung teilen sich Prozentstufen und Solltemperatur dasselbe Displaysegment und wirken leicht verwirrend. Empfehlung als vollwertiger „Home-Inverter“ des Modelljahres 2025, der lange und ohne Betriebsüberraschungen laufen sollte.