

Ein Krasnodar-Inverter für 35.000 mit 25 m Leitungslänge und 10 m Höhenunterschied: innen dickes 7‑mm-Kupfer, dafür spürbare Einsparungen am Außentauscher und am Kompressor.


Ein Krasnodar-Inverter für 35.000 mit 25 m Leitungslänge und 10 m Höhenunterschied: innen dickes 7‑mm-Kupfer, dafür spürbare Einsparungen am Außentauscher und am Kompressor.
1 / 6Rovex Rich ist eine Inverter-Baureihe der Krasnodar-Marke Rovex, die sich in erster Linie auf den Süden Russlands ausrichtet. Die Serie wird seit mehreren Jahren unter derselben Kennzeichnung gebaut; in Onlineshops wird in den Beschreibungen häufig noch das veraltete Kältemittel R410A zitiert, tatsächlich laufen die getesteten Geräte jedoch mit R32. Der Straßenpreis des 9er-Modells liegt bei etwa 35.000; für einen Inverter des Modelljahres 2025 ist das das untere Mittelfeld.
Optisch wirkt das Innengerät zurückhaltend: eine schlanke Frontblende mit dem markentypischen „Rovex“-Profil, ein sauberer „Inverter“-Schriftzug (mit einem nicht ganz stimmigen Detail — die Buchstabenfolgen „inver“ und „ter“ sind in leicht unterschiedlichen Schriften gesetzt). Die Front öffnet weit, ein Feinstaubfilter ist im Lieferumfang enthalten.
Unter den angegebenen Daten fallen zwei Pluspunkte besonders auf: 25 m Leitungslänge und 10 m maximaler Höhenunterschied. Für ein 9er-Invertergerät sind das vollwertige „Einfamilienhaus“-Werte. Wi‑Fi ist als optionales Modul ausgeführt; ab Werk liegt es nicht im Karton.
Die Fernbedienung ist ein Midea-Original mit russifizierten Beschriftungen, allerdings mit zwei auffälligen Merkwürdigkeiten. Erstens gibt es eine separate Taste „Reset“: Ein Druck setzt das Gerät auf „Auto bei 26 °C“, während in der Anleitung gleichzeitig steht „Funktion nicht aktiv“. Ebenfalls nicht aktiv sind die Tasten „PDU“ und „Selbstreinigung“. Zweitens haben wir bei Messungen nur vier echte Lüfterstufen gefunden (drei Arbeitsstufen + Turbo + Sleep), obwohl im Marketing fünf angegeben werden — eine fünfte Stufe ließ sich nicht nachweisen.
Beim Geräuschpegel lieferte das Gerät auf der leisesten Stufe 33 dB — exakt ein Durchschnittswert in unserem Saisonfeld, ohne den Volumenstrom künstlich zu reduzieren. Kein mechanisches Dröhnen, ausschließlich Luftgeräusch.
LATR-Test: 150 V Eingangsspannung hält das Klimagerät stabil, bei 100 V schaltet der Kompressor ab. Und genau hier zeigt Rovex einen für das Budgetsegment seltenen Pluspunkt: Beim Abschalten erscheint am Display der Fehlercode RS01 — damit erkennt der Servicetechniker anhand der Fehlerliste sofort, dass das Problem in der Stromversorgung liegt und nicht im Gerät selbst.
Der Innentauscher ist nahezu komplett zweireihig (nur ein kleiner Frontbereich ist einreihig), Kupfer 7 mm (für ein 9er-Gerät in dieser Preisklasse ist so dickes Kupfer eine seltene Großzügigkeit), 11 Bögen, Länge 50 cm. Nach unserer Messmethodik beträgt die Oberfläche 0,24 m². Ein guter Saisonwert — und man sieht, dass der Hersteller primär in das Innengerät investiert hat.
Das Außengerät ist spürbar kompakter: im Grunde eine verkleinerte „normale 9er“ im Midea-Stil. Der Portschutz hat die typische Midea-„Wanne“ unten (eine vollständige Abdeckung der Anschlüsse hat der Hersteller nicht vorgesehen), ein hinteres Ziergitter fehlt. Die Vibration liegt bei 0,20 — ein normaler Wert, allerdings ist der Frequenzcharakter der Schwingungen haptisch leicht unangenehm, was auf einen unter Last arbeitenden Kompressor hindeutet.
Im Inneren zeigt sich die wichtigste Sparmaßnahme des Modells. Die Kupferoberfläche des Außentauschers beträgt 0,27 m². Das Verhältnis „innen 0,24 — außen 0,27“ liegt praktisch bei 1:1. In der Saisonstichprobe werten wir dieses Verhältnis als klaren Hinweis darauf, dass der Hersteller die Kosten im Außengerät „heruntergepresst“ hat, während das Innengerät einigermaßen im Rahmen bleibt.
Der Kompressor ist ein GMCC der KSK-Serie mit Index 75. Für ein 9er-Modell ist Index 75 zu niedrig (der normale Bereich für eine „Neun“ liegt bei 89–98). Auch die KSK-Serie ist eine ältere Generation als die moderne KSN, die üblicherweise in Invertern der Klasse 35.000+ verbaut wird. Die Drosselung erfolgt über ein Kapillarrohr, ein EEV ist nicht vorhanden. Die Isolierung rund um den Kompressor ist minimal; die Vibration bleibt dennoch im Normbereich, was für eine enge werkseitige Passung des Gehäuses spricht.
Fazit zu Rovex Rich: ein Inverter, bei dem der Krasnodar-Distributor ein „solides“ Innengerät und ein „budgetorientiertes“ Außengerät kombiniert hat. Stärken: 7‑mm-Kupfer im Innengerät, 25 m Leitungslänge und 10 m Höhenunterschied, Kältemittel R32, Fehleranzeige RS01 bei Kompressorausfall, Feinstaubfilter im Lieferumfang, ordentliche Midea-Montagequalität, die klassische unaufdringliche „Rovex“-Optik. Schwächen: Der GMCC KSK75 ist für eine „Neun“ spürbar zu schwach dimensioniert, die Kupferfläche des Außentauschers beträgt nur 0,27 m², die Fernbedienung mit seltsam „inaktiven“ Tasten, die fünfte Stufe wird beworben, wurde aber messtechnisch nicht gefunden, bei 100 V schaltet der Kompressor ab. Empfehlenswert für alle, die einen Inverter mit langer Leitungslänge für moderates Geld suchen und ein Preisschild eher bei 30–32.000 finden; beim maximalen Straßenpreis (35.000) steht die Balance „Preis — Ausstattung“ bereits auf der Kippe.