

„Italienischer“ Inverter von Royal Clima auf Midea‑Plattform: schicke Fernbedienung mit anspruchsvoller Logik, ab Werk integriertes Wi‑Fi, 30,3 dB Geräuschpegel und robustes 7‑mm‑Kupfer im Innengerät.


„Italienischer“ Inverter von Royal Clima auf Midea‑Plattform: schicke Fernbedienung mit anspruchsvoller Logik, ab Werk integriertes Wi‑Fi, 30,3 dB Geräuschpegel und robustes 7‑mm‑Kupfer im Innengerät.
1 / 5Royal Clima positioniert sich als italienische Marke, und die Serie Felicita ist eine der aktuellen Inverter‑Baureihen. In der Fertigungskette ist es ein OEM auf Midea‑Plattform mit eigener Anpassung von Gehäuse, Frontblende und Fernbedienung. Der Einzelhandelspreis des 35er‑Modells liegt bei etwa 49.000 Rubel, der 22er bei etwa 39.000; das ist ein „Inverter der Mittelklasse 2025“. Wichtig zu merken: Royal Clima und Royal Termo sind unterschiedliche Marken; Royal Termo baut traditionell Heizkörper und ist in den letzten Jahren ebenfalls in das Klimasegment eingestiegen. Felicita gehört explizit zu Royal Clima.
Optisch wirkt das Innengerät zurückhaltend montiert. Die Front ist glatt, eine schmale Zierleiste läuft nicht über die gesamte Gehäuselänge – ein Detail, das man in dieser Preisklasse gerne „wertiger“ sehen würde. Farbe und Form zeigen die typischen Midea‑Werksmerkmale. Wi‑Fi ist ab Werk vorinstalliert.
Das wichtigste – und zugleich kontroverse – Element der Serie ist die Fernbedienung. Optisch ist sie eine der schönsten am Markt: schwarzer Hintergrund mit weißer Grafik, kräftige große Tasten, keine überflüssigen kyrillischen Beschriftungen und ein präzises Layout. Die Bedienlogik ist jedoch auf ein Minimum an physischen Tasten reduziert: Auf einer Taste sind gleich vier Funktionen hinterlegt (Lamellen hoch/runter, links/rechts, Swing‑Modus, Fixierung), die Modusumschaltung erfolgt als „Schieberegler“ über die Statuszeile, und bei ausgeschaltetem Gerät wird jeder Befehl als Inv (Invalid) angezeigt. Um sich daran zu gewöhnen, muss man sich mit der Anleitung hinsetzen – und nach einem Jahr ohne Nutzung lernt man es praktisch erneut. Eine Display‑Hintergrundbeleuchtung gibt es nicht; ablesbar ist sie über den Kontrast.
Die Lüfterstufen folgen dem Midea‑typischen „Prozent“-Schema: 100 Stufen in 1‑Prozent‑Schritten. Auf der kleinsten Stufe (1%) ist der Luftstrom spürbar, etwa 2,7 m/s – ein „ehrlicher“ leiser Modus und keine marketinggetriebene Drehzahlkosmetik.
Beim Geräuschpegel auf Minimalstufe zeigte das Gerät 30,3 dB – sehr leise, deutlich unter unserem saisonalen Durchschnitt. Stresstest am Labor‑LATR: Sowohl 150 V als auch 100 V am Eingang hält die Anlage sicher, ohne dass der Kompressor abschaltet.
Der Innenwärmetauscher ist nahezu vollständig zweireihig (oberer Teil zweireihig, untere Sektion einreihig), 7‑mm‑Kupfer (für die Klasse großzügig, üblich sind hier 5 mm), 12 Bögen, Windungslänge 52 cm. Nach unserer Messmethodik beträgt die Oberfläche 0,27 m². Das ist ein klar hoher Wert – man sieht, dass der Hersteller in die Konstruktion des Innengeräts ohne Sparen investiert hat. Die Lötstellen der Bögen sind einheitlich und sauber ausgeführt.
Das Außengerät ist die erkennbare Midea‑„Klassik“: typisches Schutzgitter, Diffusor über die gesamte Gehäusehöhe, Port‑Schutz (bei den größeren halbgewerblichen Midea‑Modellen wird der Port‑Schutz inzwischen oft weggelassen, hier ist er vorhanden). Hinten gibt es kein dekoratives Netz. Angenehmes Detail: ein Modus der reversen Selbstreinigung – beim Ausschalten dreht der Ventilator für eine Minute in die Gegenrichtung und bläst Staub vom Wärmetauscher.
Im Außengerät arbeitet ein GMCC‑Kompressor der KSK‑Serie mit Index 103. KSK ist eine ältere Serie als die moderne KSN, der Index 103 ist für das 35er‑Modell jedoch ohne Unterdimensionierung gewählt. Die Drosselung erfolgt über ein Kapillarrohr, ein EEV gibt es nicht. Die Vibrationsmessung ergibt 0,15 – ein hervorragender Wert für ein Gerät dieser Klasse.
Die Kupferoberfläche des Außenwärmetauschers beträgt 0,37 m². Das Verhältnis „innen 0,27 – außen 0,37“ ist klassisch und sorgt für einen ausgewogenen Kältekreislauf.
Fazit zu Royal Clima Felicita: ein in der Konstruktion starker Inverter mit widersprüchlicher Nutzererfahrung bei der Fernbedienung. Stärken: Wi‑Fi ab Werk mit App, sehr leiser Betrieb (30,3 dB), dickes 7‑mm‑Kupfer im Innengerät, klassisches Wärmetauscher‑Verhältnis, stabiler Betrieb bei 100 V, reverser Selbstreinigungsmodus, geringe Vibrationen des Außengeräts, ein bekannter russischer Distributor mit etabliertem Service. Schwächen: verwirrende Fernbedienungslogik (4 Funktionen auf einer Taste, keine visuelle Rückmeldung zum aktuellen Modus), Kompressorserie KSK (statt der moderneren KSN), Zierleiste der Front nicht über die volle Länge, insgesamt zurückhaltendes Design gemessen am Preis. Empfehlung für alle, die die Klimaanlage überwiegend per App steuern wollen und denen Konstruktion und Service wichtiger sind als die Ergonomie der physischen Fernbedienung.