

„Einstiegspreis“ On/Off für 25.000 auf der TCL-Plattform: demonstrativ „budgetorientiertes“ Design mit Bullauge und schief sitzendem Aufkleber, dafür ein ehrlicher GMCC-Kompressor und sieben nutzbare Lüfterstufen statt der angegebenen fünf.


„Einstiegspreis“ On/Off für 25.000 auf der TCL-Plattform: demonstrativ „budgetorientiertes“ Design mit Bullauge und schief sitzendem Aufkleber, dafür ein ehrlicher GMCC-Kompressor und sieben nutzbare Lüfterstufen statt der angegebenen fünf.
1 / 6Ultima Comfort Exceed ist der „Einstiegspreis“ in der Herstellerlinie: das 9er On/Off-Modell für 25.000 Rubel. Das Segment ist bewusst „günstig“ gemacht – selbst das Design des Innengeräts ist erkennbar einfacher als bei den Lager-Nachbarn desselben Distributors. Auf der Front sitzt ein schwer nachvollziehbares dekoratives „Bullauge“, ein schief geklebter Aufkleber, zwei unterschiedliche Zierleisten. Es entsteht der Eindruck, als hätten die Ingenieure gezielt die Aufgabe gelöst: „so bauen, dass es nicht mit den teureren Modellen der Reihe konkurriert“. Fertigung: TCL-Werk.
Schon die Eckdaten zeigen, wo gespart wurde. Wi‑Fi gibt es grundsätzlich nicht. Maximaler Luftdurchsatz: 440 m³/h (für ein 9er liegt die Norm eher bei ~600). Die seitlichen Lamellen werden nur manuell verstellt. Ein Feinfilter ist nicht im Lieferumfang.
Überrascht hat dagegen die Fernbedienung. Es ist eine kompakte Fernbedienung mit kleinem Display ohne Hintergrundbeleuchtung und ohne eine einzige Sprachbeschriftung – sämtliche Funktionen sind über Piktogramme gekennzeichnet. Für ältere Nutzer, fürs Hotelzimmer und überall dort, wo man keine englischen Modusnamen auswendig lernen möchte, ist das eine praxistaugliche Lösung. Die Anzeige ist klar, der Betriebsmodus ist ohne Lupe erkennbar.
Die Lüfterstufen: formal 5, tatsächlich 7. Alle sieben wurden durch unsere Durchflussmessung bestätigt – Quiet + fünf Zwischenstufen + Power. Beim Geräuschpegel auf Minimalstufe zeigte das Gerät 34,2 dB – über unserem Saisonmittel, aber für ein kleines Innengerät mit kompaktem Wärmetauscher im Rahmen. Mechanische Nebengeräusche sind kaum wahrnehmbar.
Stresstest am Labor-LATR: 150 V am Eingang hält die Klimaanlage sicher, bei 100 V schaltet der Kompressor ohne Anzeige ab (typische Budget-Vereinfachung).
Innen ist das Gerät geradlinig aufgebaut. Der Wärmetauscher des Innengeräts ist einreihig, Kupfer 7 mm (das ist übrigens nicht die billigste Lösung – der Hersteller hat keine dünne 5‑mm-Leitung verbaut), insgesamt 6 U-Bögen bei 50 cm Schenkellänge. Nach unserer Messmethodik beträgt die Oberfläche 0,13 m². Das liegt nahe am niedrigsten Wert unserer Saison – und genau hier sieht man, wie der Preis zustande kam. Die Lötstellen der U-Bögen sind dabei sauber, ohne sichtbare Defekte.
Das Außengerät ist überraschend normal dimensioniert: für ein 9er nicht verkleinert, der Diffusor über die gesamte Gehäusehöhe. Portschutz gibt es nicht – ein sichtbarer Teil der „Einstiegspreis“-Vereinfachung. Hinten fehlt auch ein Ziergitter. Die Vibration liegt bei 0,27, etwas über unserem „Komfortkorridor“, aber innerhalb dessen, was bei einem On/Off-Block zulässig ist.
Im Außengerät hat der Wärmetauscher Lücken: man sieht, dass auch hier Kupfer eingespart wurde – 7 mm, 8 U-Bögen, Länge 65 cm, Oberfläche 0,23 m². Das ist nicht „ganz unten“, aber auch kein klassischer 9er-Wert.
Der Kompressor ist ein GMCC der Serie (KSM/KSN) mit Index 99. Und das ist das zentrale „ehrliche“ Element des Modells: im Rennen um den niedrigsten Preis wurde am Kompressor nicht gespart. Index 99 ist für ein 9er normal, ohne Herunterstufung; eine Kompressorisolierung ist vorhanden. Die Drosselung erfolgt über ein Kapillarrohr.
Fazit zu Ultima Comfort Exceed: ein „ehrlicher Einstiegspreis“. Es ist klar, wo gespart wurde (Design, Wärmetauscher, fehlendes Wi‑Fi und kein Feinfilter), und ebenso klar, wo nicht gespart wurde (GMCC‑99‑Kompressor, Lötqualität, insgesamt solide Montage). Stärken: kompakte Fernbedienung ohne Sprachbeschriftungen (universell für jeden Nutzer), faktisch nutzbare 7 Lüfterstufen, normal groß dimensioniertes Außengerät, korrekt ausgelegter GMCC‑Kompressor, saubere Werkslötung, ruhiger Betrieb bei 150 V. Schwachpunkte: rekordverdächtig kleine Kupferfläche des Innenwärmetauschers (0,13 m²), fehlender Portschutz und Wi‑Fi, kein Feinfilter im Lieferumfang, diskutables Innengeräte-Design mit „dekorativem“ Bullauge, erhöhtes Geräusch von 34,2 dB für ein kleines Gerät, keine Anzeige bei Abschaltung wegen Unterspannung. Empfehlung als „bewusster Einstiegspreis“ für selten genutzte Räume (nicht bewohnter Flur, Datscha im Süden, Mietobjekt) – bei Ultima Comfort ist die Sparpolitik sichtbar, sie kippt jedoch nicht in eine fatale Qualitätsminderung.