Die Belastung durch verbreitete Luftschadstoffe kann die Genaktivität in Spermien verändern, was potenziell die männliche Fruchtbarkeit, Schwangerschaftsausgänge und die Gesundheit zukünftiger Kinder beeinflusst. Zu diesem Schluss kamen Forschende, die ihre Ergebnisse auf der Jahrestagung der European Society of Human Reproduction and Embryology vorstellten.
Im Rahmen der Arbeit wurden Daten von mehr als 2.000 Männern aus Salt Lake City, Bundesstaat Utah, analysiert, die im Zeitraum von 2013 bis 2017 erhoben wurden.
- Die Teilnehmenden gaben Spermaproben ab:
- bei Aufnahme in die Studie;
- anschließend nach 2, 4 und 6 Monaten.
- Die Analyse der DNA-Methylierung in Spermien wurde bei 1220 Personen durchgeführt, die die sechsmonatige Beobachtung abgeschlossen hatten.
- Die Wissenschaftler bewerteten für jeden Teilnehmer die Exposition gegenüber Mischungen äußerer Luftschadstoffe während der Spermatogenese (etwa 3 Monate), darunter:
- Ozon (O₃);
- Stickstoffdioxid (NO₂);
- Schwefeldioxid (SO₂);
- PM2,5.
Es wurden 39 Veränderungen der DNA-Methylierung identifiziert, die mit Mischungen von Luftschadstoffen in Zusammenhang standen, wobei Ozon und Stickstoffdioxid die bedeutendsten Faktoren waren. Besondere Aufmerksamkeit erhielt eine Veränderung im Gen GNAS, das mit einer schlechteren Spermienqualität verbunden ist und eine wichtige Rolle in der fetalen Entwicklung spielt.
Die Studienleiterin, Dr. Carrie Nobles, erklärte, dass die Exposition gegenüber Schadstoffen in Schlüsselphasen der Spermienbildung mit Methylierungsveränderungen assoziiert ist, unter anderem in Genen, die an der Spermatogenese und der frühen Entwicklung beteiligt sind.
Professorin Karen Sermon ergänzte, dass diese Daten erklären, warum Paare, die belasteter Luft ausgesetzt sind, häufiger Schwierigkeiten bei der Empfängnis haben.